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KOH SAMUI Teil 2

Koh Samuis Flughafen ist berühmt.

Der schönste der Welt, so heißt es.
Direkt nach der Ankunft geht’s problemlos in Minibussen oder Taxen für die meisten Urlauber direkt ins Resort. Genauso wie in Phuket gibt es hier eine Taximafia und die verlange natürlich wie überall auf der Welt überzogene Preise um von Airport zum Ziel auf Samui zu kommen. Aber es gibt Alternativen.    

Zusammen mit anderen Urlaubern bin ich im Minnibus unterwegs nach Lamai Beach. Eine Taxifahrt würde 800 Bath kosten, der Minibus 200. Ok, mit dem Taxi wäre ich wesentlich schneller am Ziel, aber ich genieße es langsam anzukommen.

Langsam ankommen ist für mich wichtig. Samui, das ist für mich nach Hause kommen, und zuhause mag ich halt nun einmal keinen Stress haben.

Da sitze ich wirklich gerne in einem Minibus in Richtung Lamai, zusammen mit übermüdeten, schwitzenden Urlaubern und Bergen von Gepäck. Fünf Urlaubsresorts fährt der Fahrer an, so nach und nach leert sich der Minibus und zum Schluss bleibe ich allein übrig. Nach Lamai fahren nicht so viele Urlauber. Die meisten sind mehr in der Gegend um Chaweng oder im Maenam. Mich zog es aber schon immer in die Gegend um Lamai Beach. Alles relaxter dort, klein und überschaubar, palmengesäumter Strand und eine schöne Brise vom Meer, die selbst die heißesten Tage im Jahr erträglicher machen. In Bophut oder Chaweng, da steht oft die Luft, drückend und schwül, nicht so ganz mein Ding.

Wer nach Lamai will muss schon ein bisschen länger fahren. Bei dem Verkehr auf der Samui Ringroad dauert es in der Rush Hour manchmal gut 45 Minuten vom Airport nach Lamai. Aber ich weiß nicht, irgendwie kommt es mir vor, als sei auf Samui seit ein paar Jahren fast rund um die Uhr Rush Hour.

Samuis Ringroad ist berüchtigt. Sie gilt als eine der gefährlichsten Straße Thailands.

Schlaglöcher ohne Ende, offene Kanaldeckel, Sandpatches oder bei Nacht betrunkene Thais und Touristen, die durch die Dunkelheit rasen.

Die Ringroad ist aber auch fantastisch für eine Fahrt durch Samui. Ich liebe es auf dem Moped über die Insel zu fahren. Einmal im Kreis herum oder auch mal quer hindurch. Sooft ich das auch schon gemacht habe, ich finde es immer wieder schön, denn entlang der Ringroad triffst du auf ein Samui der Kategorien. „Laut, leise, Familie und nix los, “ und „gar nix los.“

Laut
Das ist Chaweng Beach mit der Ark Bar, Green Mango, Sound Club und dem berühmten Reggae Pub. Chaweng ist laut, stickig, teuer und stinkt oft zum Himmel, weil die Kanalisation der Stadt nicht mehr Herr wird mit den Abfällen der Tourismusindustrie.

Jedes Jahr verbringen mehr Touristen ihren Urlaub in Chaweng als ganz Samui Einwohner hat. Tagsüber wird der Strand von Liegestühlen und Pauschaltouristen belagert, nachts überziehen Reihen von Tischen der Restaurants den feinen Sandstrand und locken zum Dinner, während aus der Ark Bar die Beats aus dem Subwofer herüberdonnern, die das Partyvolk auf die Nacht im Entertainmentviertel vorbereitet.

Laut, das sind auch die Touristenplätze wie Hinta Hinyay, die großen Wasserfälle, Big Buddha und Fischermans Village. Hier mischt und trifft sich alles und jeder, der eine Pauschalreise und Rundtour gebucht hat.

Familie

Das ist Bophut, Bang Rak und Maenam. Gleich um die Ecke von Chaweng. Entertainment? Kaum bis nichts. Pauschalurlaub wie er sein soll. Jede Menge neue Resorts, von Luxus bis erschwinglich. 14 Tage Samui all inklusive, hier findest du es.
Maenam ist da auf jeden Fall die bessere Wahl. Ein sehr schöner palmengesäumter Strand schöne Resorts und wirklich nix los. Wenn du in Maenam wohnst und hin und wieder doch mal ein wenig Abwechslung und Nightlife suchst, musst du schon ein Stück fahren um nach Chaweng zu kommen.

Leise(r)

Das ist Lamai Beach. Vier Kilometer Sandstrand, palmegesäumt, aber nicht so weiß und fein wie der Strand in Chaweng. Hier geht’s ruhiger zu. Klar, auch hier gibt es inzwischen Luxusresorts, aber Lamai Beach ist beschaulich geblieben. Kein Big Entertainment wie in Chaweng, Abends, so ab 23 Uhr ist der Strand wie leergefegt, keine Beachclubs, keine offenen Restaurants, einzig das Barviertel bietet noch etwas Unterhaltung und Poolbillard.

Na ja, und dann gibt’s noch die Kategorie

Gar nix los

So ein paar Kilometer weiter, hinter Hua Thanon. Abseits der Ringroad, da beginnt das Samui der Einheimischen. Im Dschungel wie wir hier sagen. Ruhig und beschaulich, kaum Straßenverkehr und wirklich gar nix mehr los. In Hua Thanon, auf dem Weg nach Nathon, biege links ab zum Aquarium. Dort beginnt es, das idyllische, ruhige und soweit man das noch sagen kann unverfälschte Samui.

Kleine Strandbars und Restaurants, stille Kokospalmenhaine, in denen der Wind durch die Palmwedel rauscht, versteckte Buchten zum Baden, Fischerboote und die freundlichen Einwohner Samuis. Nur, aber vielleicht auch gut so, da kommst du mit den geführten Touren der großen Reiseveranstalter nicht hin. Dafür brauchst du ein Moped oder einen Mietwagen oder besser noch Freunde aus Samui, die dich mitnehmen.

Das ist mein Samui. House- and Techno-Beats findest du hier vergebens. Der Seven Eleven oder Family Supermarkt mit seinem elektronischen Türgong, der überall in Thailand gleich schrecklich klingt, ist das einzige Entertainment.

Oui ouh, oui ouh“ quäkts aus dem Lautsprecher, wenn du den Laden betrittst. „Oui ouh, oui ouh“ wenn du wieder gehst. Ich habe mir das Gebimmel auf meinem Smartphone gespeichert und es ist jetzt mein Klingelton. Wenn in Deutschland mein Telefon klingelt, erkenne ich sofort wer von den Umstehenden schon einmal dort war. Das sind die Leute, die anfangen zu lachen und sagen, „Hey, das kenne ich aus Thailand!“

Wenn ich so richtig meine Ruhe haben will, fahre ich in die Berge. Das Innland von Samui ist und bergig, bedeckt mit dichtem Dschungel und Palmenhainen. Mit meinem Moped fahre ich zum Beispiel oft die Abkürzung von Lamai nach Maenam quer durch die Insel. Urwaldfeeling pur, zirpende Zikaden, Wasserfälle, tropische Gärten und immer wieder fantastische Aussichten auf die Landschaft von Samui.

Zum Sonnenuntergang geht’s auf die Westseite der Insel.

Tim und Jaa´s „Hemingways on the Beach“ ist einer meiner Lieblingsplätze. Ein kleines Restaurant in Thong Krut an einem ursprünglichen Strand. Unglaublich leckeres Essen, herrliche Aussicht und eine Station auf meinem Weg zum Sundowner-Bier in meiner Lieblings-5-Sterne Bar im Interconti in Talin Ngam. Die „Air Bar“ dort ist fantastisch, die Aussicht umwerfend, die Cocktails…na ja geht so.

Hast du ein romantisches Date in Aussicht? Das ist dein Platz zum Herz erweichen. Glaub´s mir, es funktioniert, ich habe es selbst ausprobiert.

Von dort oben hast du einen unglaublichen Blick über den Golf von Thailand, hinüber nach Surath Thani, während du bei leiser Chill-Out-Music zuschaust, wie die Fähren von und nach Samui über das Meer ziehen.
Jedes Mal wenn ich da oben sitze, denke ich an die Zeit, als ich zum ersten Mal nach Samui mit der Fähre kam. Ja, Samui riecht für mich immer noch wie damals, nur ist Samui jetzt schicker geworden, hat sich entwickelt, natürlich nicht immer nur zum Guten. Aber es ist immer noch eine liebenswerte Insel, die es zu entdecken gilt.

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